Petra Schlitt

(Über)Lebenstipps für alle, die sich um ihre Eltern kümmern.

Du kümmerst dich um deine pflegebedürftigen Eltern – und dir wächst alles über den Kopf?

Hier gibt es Informationen, Praxistipps und jede Menge Verständnis für dich und deine Situation.

Warum du dir endlich Gedanken über deine Patientenverfügung machen solltest!

Warum du dir endlich Gedanken über deine Patientenverfügung machen solltest!

Wen möchte ich am Ende meines Lebens um mich haben? Wer soll sich um meine Geschäfte kümmern, wenn ich es nicht mehr kann? Möchte ich meine Organe spenden? Und wie soll eigentlich mein Begräbnis stattfinden?

All diese Fragen lassen sich mit Hilfe von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht festlegen und regeln. Doch es geht dabei um weitaus mehr, als nur um das Abhaken einer Checkliste oder das lästige Ausfüllen einiger Formulare, so wie bei der jährlichen Steuererklärung. Es geht um ganz elementare Themen und Fragen, die man sich vielleicht noch nie so gestellt hat.

Die schleichende Erkenntnis, dass die eigenen Eltern nicht für immer so jung, gesund und aktiv bleiben wie man es so ganz selbstverständlich von ihnen erwartet. Der Gedanken im Hinterkopf, der einem öfter zuflüstert: „Eigentlich müsste ich mich da genauer informieren. Ich wollte mich doch schon längst mal darum kümmern.“

Und obwohl es vernünftige Argumente gibt, sich damit zu befassen, welche Wünsche man für die letzte Phase seines Lebens hat, scheuen viele Menschen davor zurück. Kein Wunder – denn, wie es einer meiner Klienten einmal formulierte – es geht hierbei um 1 Prozent Information und 99 Prozent Emotion.

Und die Emotionen und Bedenken sind so unterschiedlich wie die Menschen, die sich damit befassen. Zum einen geht es um die eigenen Eltern und Angehörigen und zum anderen auch um ganz eigene Themen.

Fragen und Bedenken

„Ich weiß gar nicht, was meine Eltern im Ernstfall wirklich wollen?
Aber wie spreche ich das Thema bei meinen Eltern an? Was ist der richtige Zeitpunkt? Denken sie ich halte sie für nicht mehr zurechnungsfähig? Ich will sie ja nicht aufregen.“

„Ich will mir einfach nicht vorstellen, dass meine Eltern irgendwann einmal nicht mehr da sind.“

„Nach einem Schlaganfall kann sich meine Mutter nicht mehr richtig äußern. Wir haben nie darüber gesprochen, welche Betreuung sie sich wünscht. Ich wünschte, wir hätten uns rechtzeitig darüber Gedanken gemacht…“

„Ich bin als Einzelkind ganz alleine verantwortlich für meine Eltern. Ich fühle mich überfordert und habe Angst, etwas falsch zu machen. Wenn ich doch nur Geschwister hätte, dann könnte ich mich wenigstens abstimmen.“

„Mit meinen beiden Geschwistern kann ich mich nicht einigen! Die eine ist so überfürsorglich und meint, als einzige zu wissen, was richtig ist und der andere hält sich aus allem raus und übernimmt keinerlei Verantwortung: „Sagt mir doch einfach, wenn etwas zu tun ist…“ Und alle wollen „nur das Beste“ für unsere Eltern.“

Ich weiß, es ist nicht einfach, diese Themen anzusprechen. Und man sollte sich genügend Zeit dazu nehmen. Meine Erfahrung hat allerdings gezeigt, dass durch die gemeinsame Auseinandersetzung eine ganz neue Qualität in der Beziehung zwischen Eltern und Kindern erreicht wird. Die Kinder beginnen oft zum ersten Mal damit, auch Verantwortung für die Eltern zu übernehmen. Ein manchmal noch ungewohnter Rollentausch, der zu mehr Nähe und gegenseitigem Respekt führt.

Oftmals sind die Eltern auch sehr froh, dass sie das Thema nicht von sich aus  ansprechen müssen. Sie haben sich nicht getraut, weil sie ihren Kindern damit nicht zur Last fallen wollen.

Das gemeinsame Gespräch über die Wünsche und Vorstellungen für die letzte Phase ihres Lebens führt zu einer Erleichterung auf beiden Seiten. Das gute Gefühl, diese Wünsche schriftlich festgelegt zu haben, ist für beide Seiten ein Gewinn. Für die Eltern, weil sie wissen, was für sie entschieden wird. Und für die Kinder, weil sie wissen, wie sie im Sinne ihrer Eltern handeln sollen, wenn diese nicht mehr in der Lage sind, ihre Bedürfnisse zu äußern.

Und wenn man sich grundsätzlich im Klaren darüber ist, dann fällt das Ausfüllen von Patientenverfügung und Betreuungsvollmacht auch nicht mehr schwer. Als Vordruck empfehle ich die Broschüre „Vorsorge für Unfall, Krankheit und Alter“ des Bayerischen Justizministeriums, die auch von vielen Ärzten und Krankenhäusern verwendet wird.

In meinen Vorträgen und Seminaren behandle ich unterschiedlichen Fragestellungen rund um diese Themen. Für die Klärung individuellen Fragen und Probleme, wie z.B. immer wieder auftretende Konflikte, Umgang mit Schuldgefühlen oder dem Gefühl ständiger Überforderung biete ich ein vertiefendes Einzelcoaching an.

Wenn du das Gefühl hast, dass du alleine nicht mehr weiterkommst, dann schau dir doch mal mein Coachingpaket für Elternkümmerer an. In dieser Beratung unterstütze ich dich bei deinem ganz persönlichen Thema. Hier kannst du einen Termin für ein Kennenlerngespräch vereinbaren.

7 Kommentare zu Warum du dir endlich Gedanken über deine Patientenverfügung machen solltest!

  1. Hallo Petra,
    ich finde, das Thema Patientenverfügung ist etwas verwirrend von Dir dargestellt.
    Es kommt nicht klar heraus, ob die Patienterverfügung von dem von Dir Angesprochenen also dem Kind gemacht werden sollte oder von dem zu betreuenden Elternteil.
    Ich habe mich darum gekümmert, dass meine Mutter eine Patientenverfügung hatte und von daher war es dann auch selbstverständlich, selbst eine Patientenverfügung zu hinterlegen.Bei Wolfgangs Tod war es hilfreich, dass wir sie hatten.

    Liebe Grüße
    Waltraud

    • Hallo Waltraud,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Und du hast recht, es stellt sich in meinem Artikel die Frage, von wem die Patientenverfügung gemacht werden sollte. Ich finde es allerdings bei diesem Thema vor allem wichtig, dass man sich überhaupt einmal darüber Gedanken macht. Ob der Impuls von den Eltern oder den Kindern ausgeht, entscheidet sich dann in der persönlichen Situation.
      Herzliche Grüße
      Petra

  2. Liebe Petra,
    toll, dass es diesen Blog gibt. Wie oft höre ich mittlerweile aus dem Bekanntenkreis von Menschen denen alles über den Kopf wächst. Gerne möchte man helfen und die Person aus der Situation nehmen und wieder auf die Spur setzen. Nur wie? Hoffe daher, dass Deine Beiträge dazu Ideen liefern.
    Schon oft hätte ich in der Vergangenheit Deine Telefonnummer weitergeben können. Ein Kümmerer und Zuhörer wäre in vielen Fällen eine „Art“ Notfallhilfe gewesen. Freue mich, dass es die Seite jetzt gibt und werde gerne auf Rat und Tat zurückgreifen! Ganz viel Erfolg wünsche ich Dir!

    • Herzlichen Dank, für deinen Kommentar und deine guten Wünsche, liebe Constanze!
      Ich hoffe, dass ich mit meinem Blog dazu beitragen kann, das Leben der Elternkümmerer ein wenig zu erleichtern.
      Und ich freue mich, wenn ich dich auch in Zukunft unterstützen kann.
      Herzliche Grüße
      Petra

  3. Hallo Petra,

    gerade hab ich deinen Blog über Facebook entdeckt. Zum Patientenverfügung und Demenz habe ich viele Vorträge gehalten und in Arbeitsgruppen mitgewirkt. Wenn es dir gefällt verweise ich über diesen Kommentar auf meine Internetseite http://www.nahrungsverweigerung.de auf der ich viele Informationen zum Thema „künstliche Ernährung“ und Demenz über die Jahre gesammelt habe. „PEG-Sonde, ja oder nein?“ ist eine der Fragen, die sich oft in der letzen Phase der Demenz oder am Lebensende stellen und in Patientenverfügungen erwähnt werden.

    Liebe Grüße
    Christian

    • Hallo Christian,

      wie schön, dass du meinen Blog entdeckt hast. Deinen Link nehme ich doch gerne mit auf. Gerade beim Thema „künstliche Ernährung in der letzten Lebensphase“ ist es so wichtig, sich ein differenziertes Bild zu machen. Vielen Dank für deinen Hinweis! Ich freue mich schon auf weiteren Austausch mit dir.

      Herzliche Grüße
      Petra

      PS: Sehen wir uns am 30.31.5. auf dem CareCamp in Köln? Ich habe das Thema „Demenz im Krankenhaus“ als Sessionvorschlag eingebracht. http://www.care-camp.de

Ich freue mich über deinen Kommentar ;)

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